Chronik von Steinbach
1975

 

07.März 1975

Bürgermeister Andreas Gemeinhardt (links im Bild) erhält die Ehrenmedaille des Bezirkes Oberfranken für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung.

 

Verbesserung der Abwasserentsorgung

Steinbach erhielt eine Kanalisation und nahezu jedes Haus wurde angeschlossen.

Die Firma Krumpholz/Dürrenwaid führte die Bauarbeiten durch.

Es wurde auch ein eigenes Klärbecken errichtet.

 

 

Zum Gemeinderatsbeschluss gegen die Auflösung der Selbständigkeit

der Gemeinde Steinbach

 

Die Auflösung der Selbständigkeit wird abgelehnt

 

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05.Dezember 1975

 Bürgerversammlung in der Gaststätte Karl Horn, Steinbach, Bad Stebener Straße 1, 95179 Geroldsgrün am 05.12.1975 (Frankenpostbericht)

Steinbach bleibt weiter selbständig.

Abstimmung bei Bürgerversammlung/Anschlussgebühren zu 100 Prozent bargeldlos eingezogen. „Das soll erst einmal jemand nachmachen“/200 000 DM Mehrkosten für Kanalisationsarbeiten.

 

Steinbach.- Die jüngste Bürgerversammlung eröffnete Bürgermeister Andreas Gemeinhardt.

Er erinnerte, genau vor einem Jahr habe die letzte Bürgerversammlung stattgefunden. Zur Zeit herrsche ein sehr bewegtes kommunales Geschehen. Gemeinhardt bedauerte, erst solle sich eine Gemeinde auflösen, um dann wieder in einem größeren Gebilde mitreden zu können. Der Beschluss, eine Bürgerversammlung anzusetzen, sei daher vom Gemeinderat freudig begrüßt worden. Nur hier könne er nämlich erfahren, ob seine bisherige Arbeit richtig gewesen sei oder nicht.

 Der Bürgermeister gab dann einen kurzen Bericht über den Stand der Kanalisationsarbeiten. Vor einem Jahr habe kaum jemand daran geglaubt, dass ein Jahr später bereits die Häuser angeschlossen sein würden. Die Gemeindeverwaltung und die Baufirma Krumpholz hätten also in dieser Zeit nicht geschlafen. Es sei alles sehr zügig vorangegangen. Bei den Erdarbeiten habe das Beseitigen der schweren Felsen Mehrkosten von rund 86 000 DM verursacht, der Dorfbach kostete 25 000 DM, die Wasserleitung zum Klärbecken 35 000 DM. Hinzu kämen noch die Kosten für Planung und Bauaufsicht in Höhe von 65.000 DM sowie 8000 DM für die Umzäunung des Klärbeckens. Jede Überquerung der Eternitrohre der Wasserleitung habe oft genug Rohrbrüche nach sich gezogen. Es müsse deshalb mit Mehrkosten von 200 000 DM gerechnet werden. Gemeinhardt unterstrich: „Würde unsere Gemeinde nicht aufgelöst, wäre es kein Problem für unsere sparsam arbeitende Verwaltung, mit diesen Zahlen fertig zu werden.“

 Der bargeldlose Einzug der Anschlussgebühren sei zu 100 Prozent erfolgt – dies müsse erst einmal eine andere Gemeinde im Landkreis oder im Regierungsbezirk nachmachen. Die beste Verwaltung könne das aber nicht zustande bringen, wenn die Bürger hier nicht mitmachten. Es gelte deshalb allen Steinbacher Hausbesitzern mit allen Bewohnern der Dank der Gemeindeverwaltung. Die Verkabelung des Strom-Ortsnetzes und der Telefonleitungen habe auch sehr gute Fortschritte gemacht. Bis zum völligen Wintereinbruch sollen hier noch wenigstens bis zu 20 Prozent der Abnehmer aus der Verkabelung gespeist werden. Das würde bedeuten, dass die alte Trafo-Station um  rund 20 Prozent entlastet würde. Bei den Telefonanschlüssen ist dies aber noch unklar. Trotz Verkabelung würden noch neue Masten aufgestellt.

 Zum Thema „Gemeindegebietsreform“ führte Bürgermeister Gemeinhardt aus, leider scheine es keine demokratischen Regeln mehr zu geben, sonst hätte der zehn Seiten lange Beschluss, den der Gemeinderat zum Anhörungsverfahren verfasst hat, eine andere Wirkung erzielen müssen. Er sei aber nicht einmal mit einem ganzen Satz in der neuen Gliederung von der Regierung erwähnt worden. Diese Gemeinde habe also nach diesem Regierungsbescheid ihre Lebensberechtigung verwirkt. Wenn die Gemeinde nicht auf öffentliche Förderungsmittel verzichten wolle, müsse sie dazu erst noch ihr Todesurteil selbst unterschreiben. Nur wenn man beschließe, vor dem 1. Januar 1976 sich nach Geroldsgrün eingemeinden zu lassen, könnten die Förderungsmittel noch in Anspruch genommen werden. Wenn man sich einige, die Gemeinde Steinbach mit Wirkung vom 1. Mai 1978 der Gemeinde Geroldsgrün anzugliedern, dann könne Steinbach ja noch drei Haushalte beschließen. Eine geheime Abstimmung ergab, dass sich von den 87 Gemeindebürgern, die anwesend waren, für eine Eingliederung nach Geroldsgrün zum 1. Mai 1978 – 79 entschieden. Für den anderen Vorschlag „Ja, ich stimme für die Aufrechterhaltung des bisherigen Standpunktes: Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft; andernfalls abwarten bis die zwangsweise Eingemeindung durch die Regierung erfolgt“ stimmten sieben Einwohner. Eine Stimme war ungültig.

 Steinbach will jetzt seine durch die Aufgrabung zerstörten Ortsstraßen wieder in Ordnung bringen. Arbeiten sind schon zur Planung vergeben worden. Die dafür errechneten Kosten sollen sich auf etwa 540 000 DM belaufen. Dafür habe Steinbach dann aber eine einwandfreie Wasserversorgungsanlage, tadellose Straßenverhältnisse, eine gut funktionierende Vollkanalisation, Stromnetzverkabelung, Telefonverkabelung und eine neu ausgebaute Straßenbeleuchtung. Notfalls könne man bei der Eingemeindung vorschlagen, Geroldsgrün solle für die nächsten vier Jahre Ausgaben und Einnahmen gesondert ausweisen, denn dann werde man erkennen, dass die Nachdarlehen weitgehend getilgt sein werden.

 

Ortsansichten:


Wanderheim des Frankenwaldvereines Steinbach e.V.

 

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