Chronik von Steinbach

1972

Seit 1972 hat der Landkreis Naila aufgehört zu bestehen, weil aufgrund der bayrischen Gebietsreform unser Landkreis in den Großlandkreis Hof eingegangen ist. Aber auch hier ist die Gemeinde Steinbach durch ihren Bürgermeister Andreas Gemeinhardt vertreten.

 

Größe und Personenstand am Schluss des Jahres 1972:

 Die Gemeinde Steinbach b. Geroldsgrün, besteht aus den Ortsteilen Steinbach und Untersteinbach sowie dem Frankenhof. Sie zählte zu dieser Zeit 166 Hausnummern und hatte die Einwohnerzahl 670, die nach oben und unten schwankte. Die Gemarkung hat 434,8 ha und ist in der Hauptsache landwirtschaftlich genutzte Fläche. Zur Zeit wird die Landwirtschaft noch von etwa 15 Landwirten betrieben. Eine Reihe anderer Landwirte haben die Landwirtschaft aufgegeben und gehen einer gewerblichen Arbeit nach. Die Kinder der Landwirte sind heute fast nur aushilfsweise landwirtschaftlich tätig. Seit einigen Jahren hat die Gemeinde sogar einen Aussiedlerhof auf halben Weg nach Geroldsgrün. Der Besitzer ist der Landwirt David Lang. Die Höhenlage des Ortes selbst ist 650 m.  ü.M. Die höchste Erhebung in der Nähe des Ortes ist der Langes Bühl, mit 699 m. ü.M. In der Landwirtschaft waren um diese Zeit mehr als 24 Traktoren in Betrieb. Der wirtschaftliche Aufstieg in der Bundesrepublik Deutschland hat sich auch in unserer Gemeinde ausgewirkt. Es gab 1972 keine Arbeitslosigkeit. Der „ Wohlstand“ zeigt sich am Besten dadurch, dass etwa 110 Pkws gezählt wurden und fast in jedem Haus ein Fernsehapparat angeschlossen ist. Auch die moderne Linie zeigt ihre Spuren. Neben 2 öffentlichen Fernsprechzellen im Ort, gab es Ende 1972 noch 21 private Telefonanschlüsse.

 

Allgemeines:

1972 wurde nun auch offiziell  von der Bundesbahn und der Bundespost die Haltestelle der Autobusse amtlich an das Mehrzweckgebäude verlegt. Um den Verkehr zügig abwickeln zu können, benutzen alle Busse aus beiden Richtungen den Gemeindeweg zwischen dem Anwesen Franz ( Goller ) und Hornfeck, während sich der andere Verkehr nach wie vor auf der Hauptstraße bewegt.

Zur gleichen Zeit hat die Bundespost neben dem Mehrzweckgebäude eine öffentliche Fernsprechzelle installiert.

 

Vom Ende des zweiten Weltkrieges an bis 1972 sind die Hs. Nr. 125 (heute - Obere Dorfstr. 14)
bis 166 (heute - Sportplatzstr. 10) entstanden. Die Häuser befinden sich in der Hauptsache im unteren Dorf und im neuen Baugebiet, der heutigen Sportplatzstraße.

Hs. Nr. 125 - heute Obere Dorfstraße 14
   

 

Hs.Nr. 160 - heute Sportplatzstr.16

 

Erweiterung der Steinbacher Wasserversorgungsanlage:

Auf Grund des trockenen Sommers 1970 sah sich die Gemeinde veranlasst die Wasserversorgungsanlage durch eine fünfte Quellerfassung zu erweitern. Die erforderlichen Arbeiten wurden von der Firma Krumpholz, Dürrenwaid durchgeführt und Anfang 1972 abgeschlossen. Begonnen hatten die Arbeiten bereits 1971. Gleichzeitig musste eine der Kreiselpumpen durch eine stärkere ersetzt werden. Sie bringt eine Leistung von 14 cbm/ h. Die kosten für diese Baumaßnahme lagen bei etwa 20000,-DM.
Als Vorausplanung soll die Wasserwarte auf dem Langes Bühl überholt werden. Die bei der Erstellung des Turmes angebrachte Außenverkachelung hat der Witterung nicht standgehalten. Man will nun die Kacheln entfernen und den Turm mit einem Betonmantel umgeben.

 

 

24.06.1972

VfR Steinbach weihte neues Sportheim ein

(Bericht der Frankenpost vom 29.06.1972)

Zahlreiche Ehrengäste bildeten würdigen Rahmen für das Ereignis / Fast ausnahmslos in Eigenleistung erbaut

 

Die Einweihung des Neuerbauten Sportheimes war ein Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte des VfR Steinbach. Dieses Ereignis wurde in einem würdigen Rahmen begangen. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Heinrich Lang, Bürgermeister Andreas Gemeinhardt

 

Bürgermeister Andreas Gemeinhardt hieß die Gäste aus nah und fern willkommen und überbrachte den Dank der Gemeinde an den Verein.

und die Gemeinderäte sowie die Sportprominenz mit Kreisspielleiter Hans Brunner aus Schwarzenbach/Saale und Sportgerichtsbeisitzer Rudolf Witt aus Hof, waren erschienen, um dem Sportverein ihre Reverenz zu erweisen. Der besondere Gruß des Vorsitzenden Heinrich Dietrich galt den Vertretern der Sparkasse und der Brauerei, allen am Bau beteiligten Firmen, den Ehrenmitgliedern, allen freiwillige Helfern und Helferinnen, ohne deren Beistand das Werk nicht hätte geschaffen werden können, den Nachbarvereinen und allen einheimischen Vereinen und Organisationen.

Namens der Gemeinde Steinbach entbot dann Bürgermeister Gemeinhardt einen herzlichen Willkommensgruß allen Gästen aus nah und fern. „Ehrlich gesagt, allzu viel haben wir uns im Gemeinderat im Vorjahr nicht versprochen, als es darum ging, einen Zuschuss für den Heimbau einzuplanen“, führte der Bürgermeister dann aus. Mann habe nicht so recht an die Verwirklichung geglaubt. Doch sei der Gemeinderat bei der Zuschusshöhe nicht kleinlich gewesen. Die 7000 Mark Zuschuss bedeuteten einen Pro – Kopf – Betrag von zehn Mark auf die Einwohnerschaft. Gemeinhardt:

„Wer konnte ahnen, dass nach einem Jahr der zehnfache der zehnfache Nennwert erreicht wird.“ So gesehen könne es als die beste Spekulation bezeichnet werden, die der Gemeinderat betrieben habe. „Zur Nachahmung für die Banken empfohlen “, fügte der Bürgermeister scherzhaft hinzu. Dieses Haus erfülle alle mit Innerer Genugtuung, nicht nur die schöne Außenfassade und Innenausstattung, sondern vor allem deshalb, weil das Bauwerk  aus einer einzigen Gemeinschaftsleistung heraus entstanden sei. Das Heim könne sich nicht nu im alten, sondern auch im neuen Großkreis sehen lassen, unterstrich der Redner. Die Gemeinde habe damit auch Pluspunkte bei der Bewertungskommission für den Wettbewerb „Das schönere Dorf “  sammeln können. Der Bürgermeister schloss mit besten Wünschen und überreichte ein Geldgeschenk.

Kreisspielleiter Brunner überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Fußballbezirks Oberfranken zum neuen Heim. Er hoffte, dass die Aktiven, die bei diesem Bauwerk mitgeholfen haben, auch noch Kraft besitzen, um in der neuen Saison erfolgreich abschneiden zu können. Als Gegner in der Pokalrunde kündigte der Kreisspielleiter dem B – Klassen – Verein Schwarzenbach/Wald für den 9. Juli an, was mit Freude aufgenommen wurde. Brunner dankte allen, die zum gelingen dieses Bauwerkes beigetragen haben und wünschte abschließend, dass er in absehbarer Zeit auch zu einer Meisterschaftsfeier eingeladen werde. Der Vertreter des Sportgerichts, Rudolf Witt, leitete seine Ausführungen mit einem Gag ein, als er erklärte, er sei schon in Steinbach gewesen, als die Eckfahne des Fußballfeldes noch auf der Straße stand. Nun sei die Straße versetzt worden, so dass auch eine richtige „Ecke“ geschossen werden könne. Witt freute sich über das wunderbare Heim, das beweise was die kleinen Landvereine uneigennützig und durch Kameradschaft vollbringen könnten. Auch er dankte allen, die dazu beitrugen. Auf seine eigene Tätigkeit eingehend, rief er den aktiven zu: „Werdet Freunde des Sportgerichtes, seid Kameraden zum Gegner, erspart uns die Arbeit und wir werden euch dankbar sein.“ Der Redner schloss mit besten Wünschen für die nächste Spielzeit.

Es folgte eine lange Gratulationscour, die von Max Wilferth vom FCR Geroldsgrün, angeführt wurde, der einen Blumenstrauß mit Vase übereichte. Albert Herpich vom ASV Langenbach übergab eine Blumenschale mit Einpflanzung. Für den Verein Dürrenwaid überbrachte Max Müller einen Blumenstrauß. „Bausteine“ in Form von Spenden übergaben Helmut Wirth vom Frankenwaldverein Steinbach und Rudolf Schramm von der Sparkasse Geroldsgrün. „Der Knöchels Gerch“ vom Verein Carlsgrün sprach beste Wünsche aus und meinte, mit einem Scheck könne sein Verein nicht aufwarten, „den haben wir selbst nötig“. Einen weiteren Baustein übergaben Hans Drechsel von der Freiwilligen Feuerwehr und Hans Müller vom SPD Ortsverein. Albert Borowski vom Sanitätszug Steinbach wünschte, dass alle, die in  diesen Heim ein und ausgehen werden, sich stets Wohlfühlen und die Kameradschaft pflegen. Er hoffe, dass er im Erste-Hilfe-Schrank, den die Kolonne geschenkt habe, möglichst wenig in Anspruch genommen werden müsse. Im Namen der Ehrenmitglieder sprach Max Horn, der heute in Schwarzenbach/Wald  ansässig ist.  

Besondere Verdienste um den Heimbau erwarb sich der Aktive Arthur Baier, der mit einer Fußballerstatue und einem Präsentkorb geehrt wurde.

Er sicherte die weitere Unterstützung der „Alten“ zu und überreichte ein Geldgeschenk. Schließlich überbrachte noch der frühere Steinbacher Edmund Vogel Grüße vom TB Regenstauf, mit dem sportliche Bindungen bestehen. Anschließend gab es ein Essen für alle.

Vorsitzender Dietrich leitete seine anschließende Festansprache mit einem Totengedenken ein. In einem umfassenden Rückblick ging Dietrich dann auf die Vereinsgeschichte ein, die von ausgezeichneten sportlichen Erfolgen gekennzeichnet ist. Besonders befasste er sich mit dem Bau des Sportheimes und den Notwendigen Vorarbeiten. Sein Dank galt allen, die zum gelingen dieses Großartigen Werkes beigetragen haben. Besonders erwähnte er dabei den Aktiven Arthur Baier, in dessen Hände die gesamte Bauleitung lag. Im Auftrag des Vereins überreichte der Vorsitzende an Baier einen Präsentkorb und als bleibende Erinnerung ein Fußballerstandbild mit Widmung und Urkunde. Einen weiteren Präsentkorb erhielt Fritz Lang, der sich ebenfalls besonders um den Heimbau verdient gemacht hat.

Bauleiter Baier dankte ebenfalls allen, die an diesem Haus mitgewirkt haben, allen Lieferanten, Handwerkern sowie allen, die moralische Unterstützung zuteil werden ließen. Baier vergaß auch seine Familie nicht, die während dieser Zeit viel Verständnis habe aufbringen müssen, da er kaum noch zu Hause gewesen sei. Schließlich sprach noch Landrat Lang, der zuvor auf einer anderen Veranstaltung weilte. Er bewunderte vor allem den Mut, den die Verantwortlichen des Vereins bei diesem Heimbau bewiesen hätten. Einigkeit und eine gehörige Portion Idealismus seien notwendig, um ein solches Werk zum Ende zu bringen. Der Landrat bezeichnete diese Leistung scherzhaft „Bundesligareif“. Er schloss mit besten Wünschen im Namen des Kreistages. Es folgte noch ein gemütliches Beisammensein.

Das "Rückrat des Vereins sind die Ehrenmitglieder, deren Idealismus gerade im Hinblick auf den Sportheimbau den jüngeren Mitgliedern Vorbild war. Max Horn, Johann Müller, Hans Diezel, Christian Franz, Louis Braun, Fritz Lang und Fritz Schmidt.

 

 

Die Kirche wird eingeschiefert:

Im diesem Jahr wurde die ganze Kirche und ein Teil der Leichenhalle mit Eternitplatten verschlagen, um den Witterungsunbilden zu begegnen.

 

 

Luftschutz und weitere Baumaßnahmen:

Im Rahmen der Maßnahmen für den allgemeinen Luftschutz hat die Bayerische Staatsregierung in Erfüllung eines Bundesgesetzes auch im Landkreis Naila von der Münchner Firma Hörmann fachgerecht Luftschutzsirenen installieren lassen. So wurde auch in Steinbach auf dem Hagen Bühl eine solche Sirene, die sich auf einem ca. 10 Meter hohen Stahlgittermast befindet, montiert. Der Betrieb erfolgt mit Hilfe von Druckluft, die von einem automatisch arbeitenden Kompressor über einen so genannten Windkessel erzeugt wird. Eine elektrische Schaltleitung läuft über Erdkabel vom Hagen Bühl zum Haus des Bürgermeisters Gemeinhardt, der die Sirene auf Anordnung einschalten kann. Über eine Entfernung von 8 km Luftlinie soll die Sirene zu hören sein. Erbaut wurde die Sirene in den Jahren 1970 / 1971. Die Kosten trug der Bayerische Staat. Die nächste Sirene befindet sich auf Bad Stebener Flur in der Nähe des Wasserleitungshochbehälters bei der Mordlau.

 

 

 

 

 

Die Sparkasse Geroldsgrün ließ im Schulhaus Hs. Nr. 2  im Jahre 1971 / 1972 diverse Baumaßnahmen ausführen. Eine Hälfte der unteren Lehrerwohnung, nachdem die Familie Zahn ausgezogen war, wurde so umgestaltet, dass die Sparkasse Geroldsgrün hier eine geräumige Zweigstelle einrichten konnte und nun regelmäßig Schalterstunden abwickelte.


Die zweite Hälfte der Lehrerwohnung erhielt der Sanitätszug Steinbach als Übungsstätte und Sanitätsdepot.

 

Aus dem Gemeinderat:

Bericht Frankenpost:

 

 

(Bericht Frankenpostbericht v.13.04.1972)

 

(Bericht Frankenpostbericht v.24.05.1972)

 

(Bericht Frankenpost vom 14.06.1972)

 

(Bericht Frankenpostbericht v.25.08.1972)

©HJL